Milchstraße im März. Fotografiert mit Sony Alpha 6400 und Sony SEL24F18Z.
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Astro-fotografiert: Milchstraße im März 2022, Teil 2

Zuletzt aktualisiert am 24.03.2022 von Hendrik


Eigentlich hatte ich mir im letzten Jahr geschworen, es in der nächsten Saison etwas gemächlicher mit der Astrofotografie anzugehen.

Der Vorsatz hielt nur kurze Zeit. Nach der dreimonatigen „Winterpause“ konnte ich es kaum erwarten, wieder die Milchstraße zu fotografieren. So habe ich bereits im Februar die ersten Aufnahmen gemacht und bin gleich am 01.03. zum zweiten Mal aufgebrochen, um unsere Heimatgalaxie abzulichten.

Dem hervorragenden Wetter sei Dank, ergriff ich schon am frühen Morgen des 03.03. die nächste Chance. Diesmal war das glücklicherweise ein Samstag, sodass das Aufstehen etwas leichter fiel als werktags mitten unter der (Arbeits-)Woche.

Die Temperaturen hatten es dagegen in sich: Es herrschten ziemlich genau -4,5°C vor, als ich mich auf den Weg machte. – Das war zwar nicht wirklich angenehm, versprach jedoch beste Sicht- und Fotografiebedingungen: Je kälter, desto klarer ist in der Regel der Nachthimmel.

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Gegen 04:45 Uhr kam ich am Ort des Geschehens an und konnte letztlich zwei schöne Aufnahmeserien machen und entwickeln, die ich wie immer nachfolgend vorstellen werde.

Aufnahme #1: Milchstraße über dem Schwarzwald

Milchstraße im März mit Blick über den Schwarzwald. Sony Alpha 6400 mit Walimex (Samyang) 12mm f/2, 18mm, 16 x 10sec, f/2.8, ISO 6400
Milchstraße im März mit Blick über den Schwarzwald. Sony Alpha 6400 mit Walimex (Samyang) 12mm f/2, 18mm, 16 x 10sec, f/2.8, ISO 6400

Die erste Aufnahmeserie bzw. das erste entwickelte Bild dieses Beitrags entstand um ca. 05:15 Uhr.

Das galaktische Zentrum der Milchstraße hatte zu diesem Zeitpunkt eine Elevation von ca. 6° über dem Horizont erreicht und war bereits über der Bergkette zu sehen.

Dank der kalten Temperaturen und der klaren Sicht sind sehr viele Details der Milchstraße zu erkennen.

Genial! – Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Vielmehr ging ich davon aus, dass ich Schwierigkeiten haben würde, das Zentrum überhaupt zu Gesicht zu bekommen, da ich mir nicht sicher war, wie hoch die Berge in den Horizont hineinragten.

Beim letzten Mal hatte ich im Februar an dieser Location nämlich Pech: Es war bewölkt und das galaktische Zentrum zeigte sich damals noch gar nicht am Horizont.

Ich war ebenfalls sehr positiv überrascht von der geringen Lichtverschmutzung: In Richtung der Milchstraße sind keinerlei Lichtkuppeln am Horizont erkennbar. Details des galaktischen Zentrums sind sogar direkt oberhalb der Berge erkennbar, ohne dass diese von störendem Umgebungslicht überlagert würden.

Meine neue Walimex-Linse, die kürzlich mein dezentriertes Samyang 12mm f/2 abgelöst hat, leistete erneut hervorragende Dienste und fing all die feinen Details der Milchstraße perfekt ein.

Im Gegensatz zur letzten Saison bin ich inzwischen dazu übergegangen, die Belichtungszeit von 20sec auf 10sec zu reduzieren und dafür den ISO-Wert von 3200 auf 6400 zu erhöhen.

Die kürzere Belichtungszeit führt zu annähernd punktförmigen Sternen und kommt der gemäß NPF-Rechner idealen Verschlusszeit von 9sec sehr nahe.

Das höhere Bildrauschen durch den verdoppelten ISO-Wert kann hervorragend durch Stacking kompensiert werden.

Ich fand zudem kürzlich heraus, dass 16 Aufnahmen mit meiner Sony Alpha 6400 und ihrem APS-C-Sensor ausreichend sind, um eine ideale Bildqualität bei ISO 6400 zu erzielen.


Samyang AF 12mm f/2

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Die Blende stellte ich wie immer auf f/2.8 ein.

Zuhause angekommen entwickelte ich die Aufnahmeserie gemäß meines Tutorials Astrofoto: Milchstraße fotografieren & entwickeln mit darktable, GIMP & Sequator, das sich in vier Bearbeitungsschritte unterteilt:

  1. Vorbereitung zum Stacking mit darktable: Der Schritt dreht sich überwiegend um die Entfernung chromatischer Aberrationen und Reduzierung der Objektivverzerrung.
  2. Stacking mit Sequator: Durch den Stacking-Prozess mit Sequator kann das Bildrauschen, das zwangsläufig mit den hohen ISO-Werten einhergeht, effektiv reduziert werden.
  3. Entwicklung mit darktable: Der eigentliche Entwicklungsschritt dreht sich vorwiegend um die Anpassung des Weißabgleichs und die Optimierung des Kontrasts, um vor allem den Sternenhimmel und die feinen Konturen der Milchstraße herauszuarbeiten.
  4. Feinschluff mit GIMP: In GIMP werden abschließend noch ein paar kleinere Anpassungen vorgenommen, die sowohl den Kontrast verfeinern als auch den Dynamikumfang der Aufnahme durch die getrennte Belichtung von Vorder- und Hintergrund optimieren.

Herausgekommen ist ein Bild, an das ich mich in Zukunft gerne erinnern werde: Die Rahmenbedingungen passten hervorragend, die ruhige Stimmung vor Ort war genial und die Sichtbedingungen lassen sich kaum toppen. So kann es gerne in der kommenden Saison 2022 weitergehen! 😉

Aufnahme #2: 35mm mit Sony SEL24F18Z

Milchstraße im März mit Blick über den Schwarzwald. Sony Alpha 6400 mit Sony SEL24F18Z, 35mm, 16 x 10sec, f/2.8, ISO 6400
Milchstraße im März mit Blick über den Schwarzwald. Sony Alpha 6400 mit Sony SEL24F18Z, 35mm, 16 x 10sec, f/2.8, ISO 6400

Beim zweiten Bild handelt es sich um eine Premiere: Dies ist das erste Astrofoto, das ich bisher mit meinem neuen, gebrauchten Sony SEL24F18ZBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] gemacht habe.

Mit seinen umgerechneten 35mm Brennweite bietet das Objektiv eine interessante Perspektive.

Vom SEL24F18Z bin ich bisher absolut überzeugt: Tolle Farben, hervorragende Gegenlichtfähigkeiten und ein spitzenmäßiger Autofokus machen die Landschafts- und Personenfotografie so viel einfacher, als das mit meinem ausgemusterten Viltrox 23mm f/1.4 der Fall war.

Zwar habe ich die Linse nicht primär für die Astrofotografie gekauft, aber selbstverständlich musste ich einen Versuch auf diesem Gebiet damit starten.

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Das obige Bild wurde sehr schön, aber 100%ig überzeugt bin ich nicht von den Astroeigenschaften der Linse:

Mein Exemplar scheint geringfügig dezentriert zu sein – zumindest schaffte ich es nicht, die Sterne über das ganze Bild hinweg scharf zu stellen.

Außerdem kämpfte ich bei der Entwicklung der Einzelaufnahmen mit relativ starken chromatischen Aberrationen und in den Ecken war etwas Coma sichtbar.

Hier hat das Walimex 12mm f/2Bei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] definitiv die Nase vorn und wird seinem Ruf als kostengünstige Astrolinse absolut gerecht, auch wenn es viel günstiger ist. Weiterer Vorteil des Walimex ist der manuelle Fokus im Vergleich zum elektronische Focus-By-Wire des Sony SEL24F18Z.

Nichtsdestotrotz ist das alles jammern auf hohem Niveau. Unterm Strich ist die Aufnahme dennoch gelungen und ich bin zufrieden mit dem Resultat.

Als Aufnahmeeinstellungen verwendete ich 1:1 die Parameter, die ich oben mit dem WalimexBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] eingestellt hatte: 10sec Belichtungszeit, Blende f/2.8 und ISO 6400.

Mir war / ist klar, dass die Belichtungszeit nach dem NPF-Rechner zu lang und minimale Sternenspuren die Folge waren. Ich wollte aber weder eine größere Blende wählen (Stichwort: Coma & Vignette), noch konnte ich den ISO-Wert weiter anheben (Stichwort: Bildrauschen).

Letztendlich finde ich, dass 10sec Belichtungszeit für diese Brennweite einen guten Kompromiss darstellen. Solange man die Aufnahmen nicht zu sehr vergrößert, fallen die Sternenspuren auch nicht wirklich auf.

Die übrigen Entwicklungsschritte waren ansonsten identisch zum vorherigen Bild.

Fazit

Auch wenn dieses Mal nur zwei Aufnahmen auf meiner nächtlichen Tour entstanden, hat es sich einmal mehr gelohnt, sich mitten in der Nacht aus dem Bett zu quälen.

Spätestens wenn sich die Milchstraße nach den ersten Fotos vor Ort auf dem Kameradisplay zeigt, waren bisher alle Zweifel verflogen und die Mühen vergessen.

Mein SEL24F18Z werde ich noch weiter hinsichtlich AstrofotografieBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] testen, auch wenn ich derzeit mein Walimex (Samyang) 12mm f/2 in diesem Bereich für die bessere Wahl halte. Dennoch bietet das SEL24F18Z einen anderen Blickwinkel auf die Milchstraße und hat somit ebenfalls seine Vorzüge.

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Zum Glück ist die diesjährige Saison noch jung und ich freue mich auf viele weitere Astrofotos im Jahr 2022. Schon jetzt fiebere ich auf die Monate Mai bis August hin. Das galaktische Zentrum wird dann am höchsten am Himmel stehen und spektakuläre Aufnahmen ermöglichen.

Mir fehlt es derzeit nur noch an neuen, kreativen Ideen für die Standortwahl. Höchste Zeit, sich auf die Suche und an die Planung zu machen…


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