Milchstraße im März. Sony Alpha 7 III mit Sony SEL20F18G.
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Den inneren Schweinehund überwunden: Milchstraße im Mai

Erstellt am 19.05.2024 von Hendrik


Nachdem ich dieses Jahr im März meinen ersten und bisher einzigen, nächtlichen Ausflug zur Fotografie der Milchstraße unternahm, hatte ich im April und im Mai erhebliche Motivationsprobleme, um mich mitten in der Nacht aus dem Bett zu quälen.

Im April ließ ich schweren Herzens eine perfekte Gelegenheit verstreichen. Auch im Mai war der mondlose Himmel an gleich vier Tagen sternenklar, ohne dass Wolken den Blick auf die Milchstraße gestört hätten.

Viermal fasste ich im Mai den Entschluss, nachts loszuziehen. Dreimal überlegte ich es mir kurzerhand anders und bevorzugte eine erholsame Nacht.

In der vierten Nacht im Mai gab ich mir aber endlich einen Ruck und war gegen 01:45 Uhr am geplanten Standort. Ich hatte zwar davor nicht geschlafen, aber der Blick auf den Sternenhimmel und die Milchstraße machten diesen Umstand – wieder einmal – wett.


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Das Wetter war perfekt: Weit und breit keine Wolken am Himmel und mit 13°C angenehm warm.

Dabei hatte ich dieses Mal wieder meine Sony Alpha 7 III, das SEL24F14GMBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link], das SEL20F18G und das SEL55F18Z sowie meinen Startracker Skywatcher Star Adventurer 2i.

Bild #1: Rebland

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Mai-Milchstraße im Nordschwarzwald, Sony Alpha 7 III mit Sony SEL20F18G und Star Adventurer 2i, 20mm, 2 x 120sec (VG) + 4 x 120sec (HG), f/2.8, ISO 640

Das erste Bild der Nacht entstand gegen 02:30 Uhr. Das galaktische Zentrum hatte etwa eine Höhe von 9° über dem Horizont erreicht.

Da ich mein Stativ an diesem Standort am Hang aufgebaut hatte, war das Einnorden des Startrackers ziemlich schwierig und ich musste einige Male nachjustieren.

Insgesamt benötigte ich bei diesem ersten Anlauf für den gesamten Aufbau beinahe 30 Minuten. Das mag einerseits an der fehlenden Routine mit dem Star Adventurer 2i liegen, andererseits hat aber die bereits erwähnte Hanglage die Situation erheblich erschwert.

Nachdem der Aufbau endlich geglückt war, montierte ich meine Sony Alpha 7 III mit SEL20F18GBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] auf der Nachführung und wählte den Bildausschnitt (den ich mir einige Tage zuvor schon ausgeguckt hatte).

Als Einstellungen wählte ich 120 Sekunden Belichtungszeit, Blende f/2.8 und ISO 640 (Stichwort ISO-Invarianz und Dual Gain). Da die lange Belichtungszeit an der Alpha 7 III nicht mit dem integrierten Intervallmodus zu berwerkstelligen ist, verwendete ich außerdem einen externen Auslöser.

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Ich machte letztendlich bei ausgeschaltetem StartrackerBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] zwei Aufnahmen des Vordergrunds und vier Aufnahmen des Sternenhimmels mit aktiviertem Star Adventurer. Die Gesamtbelichtungszeit des Himmels betrug somit 8 Minuten.

Für die Fotos des Sternenhimmels schwenkte ich die Kamera etwas nach oben, um später in der Nachbearbeitung noch etwas Spielraum beim Zusammenfügen von Vorder- und Hintergrund zu haben.

Die EntwicklungBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] selbst erfolgte nach Schema F und analog meines Tutorials Der ultimative Astrofoto-Guide: Brillante Astrofotos der Milchstraße Schritt für Schritt mit Adobe Lightroom LrC, Photoshop, Sequator und StarXTerminator entwickeln.

Bild #2: Symmetrie

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Mai-Milchstraße im Nordschwarzwald, Sony Alpha 7 III mit Sony SEL20F18G und Star Adventurer 2i, 20mm, 2 x 120sec (VG) + 4 x 120sec (HG), f/2.8, ISO 640

Das zweite Bild entstand gegen 03:30 Uhr. Ich hatte beim Wechsel der Location von Bild #1 zu Bild #2 erheblichen Zeitdruck, da die astronomische Dämmerung schon um 03:20 Uhr anbrach und die Sonne über die magische Grenze von -18° unterhalb des Horizonts stieg.

Wegen der Lichtverschmutzung (Bortle 4) kann ich aber in den hiesigen Gefilden ganz brauchbare Astrofotos bis zu einem Sonnenstand von -15° unterhalb des Horizonts machen. Die Lichtverschmutzung überstrahlt dann noch immer das atmosphärische Streulicht der Sonne.

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Der Aufbau meines Equipments ging beim zweiten Mal erheblich schneller. Bereits nach 10 Minuten war ich startklar.

Danach erfolgte die Aufnahmeprozedur nach bekanntem Schema bzw. analog zu den bei Bild #1 beschriebenen Einstellungen. Die Entwicklung erfolgte natürlich ebenfalls analog.

Fazit

Ich bin sehr froh, dass ich doch noch meinen inneren Schweinehund überwinden und die Milchstraße vor einer tollen Kulisse fotografieren konnte.

Der Startracker eröffnet mir dabei ganz neue Möglichkeiten. So sind die feinen Details der Milchstraße deutlich besser zu erkennen und auch zu entwickeln, als das mit Stacking der Fall ist. Gerade zum Bildrand hin leidet Stacking an den perspektivischen Verzerrungen weitwinkliger Optiken.

Da sich beim Tracking der Bildausschnitt von Aufnahme zu Aufnahme gar nicht bzw. höchstens um wenige Pixel ändert, lassen sich diese Aufnahmen viel besser übereinander legen und es sind mehr Details erkennbar. Für die Entwicklung der beiden Bilder musste ich nicht einmal mit speziellen Maskierungen arbeiten – das ist mir beim Stacking nie geglückt.

Zwar hatte ich noch das SEL55F18ZBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] und das SEL24F14GM dabei, jedoch brachte ich angesichts der knappen Zeit mit der 55mm-Linse nur ein mittelmäßiges Bild zustande (das ich erst noch entwickeln und ggf. in einem separaten Beitrag vorstellen werde). Das 24mm GM kam diesmal gar nicht zum Einsatz. – Derzeit bevorzuge ich den weiteren Bildausschnitt des SEL20F18G.

Jetzt bin ich gespannt, ob ich mich im Juni nochmal aufraffen kann, oder eine weitere „Kreativpause“ einlegen werde… 😉


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2 Kommentare zu „Den inneren Schweinehund überwunden: Milchstraße im Mai“

  1. Hallo Hendrik,

    ist ja doch schon beeindruckend, was eine Mehrfach-Belichtung ausmacht. Diese Detailtiefe ist schon ’ne andere Hausnummer als meine Einzelbildaufnahmen der Milchstraße.

    Da komme ich echt ins Grübeln, ob ich mir nicht vielleicht auch einen Startracker zulegen sollte.
    Mann, Mann, Mann…

    Schöne Bilder!

    Lieben Gruß
    Rainer

    1. Hallo Rainer,

      freut mich, wenn Dir meine beiden Bilder gefallen!

      Du brauchst ja nicht gleich einen Startracker, sondern kannst es erst einmal mit Stacking und kurzen Belichtungszeiten versuchen. Der Qualitätsunterschied vom „normalen zum getrackten Stacking“ ist nicht so groß, wie man sich das vorstellen würde.

      Der Startracker spielt vor allem bei der Deep Sky-Fotografie seine Vorteile aus. Die Milchstraßenfotografie verkompliziert er leider ziemlich (mehr Gepäck, kompliziertere Aufstellung, längere Rüstzeit etc.).

      Viele Grüße

      Hendrik

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