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How-to: Milchstraße fotografieren & mit kostenlosen Tools entwickeln [2023]

Erstellt am 05.07.2023 von Hendrik


Milchstraße Ende Februar / Anfang März. Aufgenommen mit Sony Alpha 6400 und Sony SEL24F18Z (35mm KB-Äquivalent).
Milchstraße gegen Ende Februar / Anfang März (hier fotografiert mit Sony Alpha 6400 und Walimex 12mm f/2)

Es ist wieder soweit! Seit Mitte Februar 2023 wird das galaktische Zentrum sich frühmorgens, noch vor dem Sonnenaufgang, über den Horizont erheben und spektakuläre Bilder ermöglichen.

Spätestens jetzt ist es Zeit, die Winterpause zu beenden, das angestaubte Kamera-Equipment flott zu machen und mit der Planung des ersten Shootings der Saison zu beginnen.

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Wie Du die Milchstraße finden kannst, welche KameraBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] und Einstellungen Du benötigst und wie Du die Bilder schließlich entwickelst, erfährst Du in dieser kurzen Zusammenfassung.

Hier kommt eine kurze Auffrischung…

Planung ist das A und O

Die sorgfältige Planung für das erste Shooting ist das A und O. – Denn das galaktische Zentrum erhebt sich zu dieser Jahreszeit noch nicht allzu hoch über den Horizont.

Es dürfen also keine Hindernisse im Weg sein, geschweige denn darf Lichtverschmutzung in „Fotografierichtung“ vorherrschen. Ansonsten wirst Du nicht viel vom galaktischen Zentrum (dem spektakulärsten Teil der Milchstraße) zu sehen bekommen.

Du kannst Dich einerseits an meinem Blog-eigenen Planungskalender orientieren, oder Apps wie PhotoPills und Stellarium zuhilfe nehmen, um Deine Shootings genau zu planen.

Letztere Tools glänzen mit mächtigem Funktionsumfang und Augmented Reality, um Objekte wie die Milchstraße einfach mit dem Mobiltelefon finden zu können. Vor Ort erleichtern die Apps die Orientierung erheblich. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Equipment

Ich habe schon zahlreiche Beiträge rund um das nötige Equipment veröffentlicht, das Du für die Milchstraßenfotografie benötigst.

Im Wesentlichen lässt sich die Ausstattung allerdings auf zwei notwendige Komponenten reduzieren:

  1. Eine geeignete Kamera bzw. ein geeignetes Objektiv
  2. Stativ

Kamera und Objektiv

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Sony Alpha 7 III mit Sony SEL20F18G

Um das Maximum aus Deinen Astrofotos herauszuholen, sollte Deine Kamera über einen möglichst großen Sensor verfügen.

Als ich 2020 mit den ersten Astrofotos startete, verwendete ich noch die kleine Sony RX100 IV. Ihr 1″-großer Bildsensor stellt das absolute Minimum dar und ist für höhere ISO-Werte als 1600 ungeeignet. Dennoch machte ich einige tolle Aufnahmen mit dem kleinen Alleskönner, mit denen ich schöne Erinnerungen verbinde.

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Nach der RX100 kam die Sony Alpha 6400Bei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] mit APS-C und schließlich die Sony Alpha 7 III mit einem Vollformatsensor. Mit steigender Sensorgröße reduzierte sich das Bildrauschen erheblich.

Alle vorgenannten Kameras haben gemein, dass man Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit manuell einstellen kann. Mit Automatikprogrammen wirst Du bei der Astrofotografie keine guten Resultate erzielen können.

Solltest Du eine Systemkamera mit Wechselobjektiven verwenden, ist auf eine möglichst lichtstarke Optik mit mindestens Blende f/2.8 z achten.

Die Brennweite sollte 50mm nicht zu sehr übersteigen.

Weiterführende Informationen findest Du im Beitrag Astrofotografie: Welche Kamera / Ausrüstung / Objektiv benötigt man für den Einstieg?

Stativ

Die Notwendigkeit eines Stativs ist schnell erklärt: Wegen den langen Belichtungszeiten für Astrofotos kommst Du um ein StativBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] nicht herum. Los geht es in der Regel bei Belichtungszeiten von 5 Sekunden.

Kameraeinstellungen

Die idealen Kameraeinstellungen kannst Du im Beitrag Astrofotografie: Optimale Kameraeinstellungen für Milchstraße & Sternenhimmel.

Kurz zusammengefasst hier die wichtigsten Settings, die allesamt manuell (M-Modus) vorgenommen werden müssen:

  • Als Blende solltest Du mindestens f/2.8 oder größer verwenden.
  • Verwende eine Brennweite zwischen 15 und 50mm.
    • Je kürzer die Brennweite, desto länger können die Belichtungszeiten sein.
  • Wähle eine Belichtungszeit in Abhängigkeit der Blende, die gerade noch lang genug ist, um Sternenspuren zu vermeiden.
    • Verwende den NPF-Rechner, um in Abhängigkeit von Kamerasensor, Blende und Brennweite die ideale Belichtungszeit zu berechnen.
  • Nach Blende und Belichtungszeit wird erst der ISO-Wert eingestellt.
    • Je höher der ISO-Wert gewählt wird, desto stärker fällt das Bildrauschen aus.
    • Je größer der Kamerasensor (bzw. die einzelnen Pixel auf dem Sensor), desto geringer ist das Bildrauschen ausgeprägt.
    • Tipp: Wirf einen Blick auf den Beitrag Zusammenhang von Blende, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeit, um die Abhängigkeiten dieser Parameter besser verstehen zu können.
  • Fotografiere mit Auslöseverzögerung, um verwackelte Bilder durch das Betätigen des Auslöseknopfs zu vermeiden.
  • Deaktiviere den kamera- oder objektivinternen Bildstabilisator. Dieser ist auf dem Stativ nicht nötig und verschlechtert das Resultat.
  • Sofern Du mit Stacking und Serienaufnahmen arbeiten möchtest, deaktiviere die Langzeit-Rauschreduktion Deiner Kamera. Diese verdoppelt ansonsten die Belichtungszeit, da bei Langzeitbelichtungen immer im Anschluss an das eigentliche FotoBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] noch ein Darkframe (Bild bei geschlossenem Verschluss) erstellt wird, um das Sensorrauschen vom Originalbild zu subtrahieren.
  • Erstelle RAW-Aufnahmen. Diese Bilden bei der anschließenden Entwicklung erheblich bessere Reserven. Mit JPG wirst Du keine brauchbaren Ergebnisse im Rahmen der Nachbearbeitung erzielen können.

Entwicklung

Nachdem Hardware und nötige Einstellungen geklärt wurden, ist der Weg zunächst frei für die ersten Astrofotos.

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Weiter geht es mit der Nachbearbeitung der RAW-Aufnahmen.

Dieser Schritt ist recht umfangreich und würde den Rahmen des Beitrags sprengen.

Gerne verweise ich jedoch immer wieder auf mein Tutorial Astrofotografie-Guide: Milchstraße fotografieren & entwickeln mit darktable, GIMP & Sequator (Einstellungen & Entwicklung) zur Entwicklung von Astrofotos. Dort findest Du detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Entwicklung Deiner Bilder.

Ich setze hierzu auf Freeware und verwende darktable, Sequator und GIMPBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link].

Fazit

Das wars auch schon mit dem Auffrischungskurs zur Milky Way Season 2023.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter mitspielt. – Dann steht den ersten Astrofotos des Jahres nichts mehr im Weg. 😎


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