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Fotografiert: Mond über dem Fremersbergturm

Erstellt am 05.05.2023 von Hendrik


Nachdem ich im Beitrag Plan: Fremersbergturm bei (Voll-)Mond fotografieren mit 750mm bzw. 1500mm bereits von meinem Plan berichtete, den (Beinahe-)Vollmond über dem Fremersbergturm fotografieren zu wollen, konnte ich diesen am 04.05. direkt in die Tat umsetzen.

Planung mit PhotoPills

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Planung mit PhotoPills

Wie schon beim letzten Mal (siehe Nichts für Pixelpeeper: Yburg bei Vollmond mit 1500mm (Nordschwarzwald)) erfolgte die Planung mit PhotoPills: Exakt am 04.05. um 20:26 Uhr sollte der Mond etwa 100m über dem Fremersberg und somit ca. 15m über dem 85m hohen Fremersbergturm stehen.

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Vor Ort: Bildkomposition & Kamera-Setup

An der Location kam ich dann – wie beim letzten Mal – viel zu früh an, baute Stativ und Kamera auf und nahm die nötigen Einstellungen vor.

Als Hardware kamen meine Sony Alpha 6400 und das Walimex 500mm f/8Bei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] zum Einsatz – letzteres diesmal jedoch ohne den 2fach-Telekonverter, da Turm und Mond sonst nicht gemeinsam aufs Bild gepasst hätten:

Idyllische Location und ziemlich chaotisch
Idyllische Location und ziemlich chaotisches Setup (und nein, ich erhalte kein Sponsoring von Rollei 😉 )

Der Standort war mitten auf dem Land und ziemlich idyllisch. Leider hatte ich den Plan ohne die Schnaken (für die nicht-Badener: Stechmücken) gemacht, die sich in Massen auf mich stürzten und mir die Wartezeit von einer halben Stunde wie eine Ewigkeit erscheinen ließen. 🙁

Jedenfalls war die Bildkomposition schnell gefunden:

Kamerasetup
Kamerasetup

Letztendlich waren auch die Kameraeinstellungen schnell vorgenommen, die ich mir natürlich bereits im Vorfeld gut überlegt hatte:

  • Die ISO-Empfindlichkeit stellte ich auf 100.
  • Als Blende wählte ich f/16, um die Schärfe des Walimex 500mmBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] f/8 zu maximieren und chromatische Aberrationen zu minimieren.
  • Wegen der relativ kleinen Blende wählte ich als Belichtungszeit 1/4sec.

Meine bisherige, maximale Belichtungszeit bei der Mondfotografie belief sich mit dem Walimex nur auf 1/20sec. Angesichts meiner theoretischen Überlegungen zur maximalen Mondbelichtungszeit machte ich direkt die Probe aufs Exempel und belichtete eine gefühlte Ewigkeit – jedoch nicht, ohne diese zuvor im verlinkten Belichtungszeitrechner zu validieren.


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Die Lichtausbeute war daher 2mal höher und das Bild sollte hoffentlich nicht zu dunkel werden, wie mir das beim letzten Mal passiert ist.

Ungünstige Wetterbedingungen

Leider waren die Wetterbedingungen nicht optimal, wie schon an den beiden vorangehenden Bildern meines Kamera-Setups zu sehen ist: Der Himmel war durchzogen von Wolkenschlieren, die natürlich auch die Sicht auf den Mond verminderten.

Die Bilder…

Los geht’s jetzt endlich mit den Bildern, nachdem die Rahmenbedingungen zur Genüge beschrieben wurden. 😉

#1: Goldene Stunde

Das erste Bild machte ich noch bevor der Mond zu sehen war, um Kameraeinstellungen und Bildkomposition zu prüfen.

Der Fremersbergturm wurde hier noch kräftig von der Sonne angestrahlt, die sich zum Aufnahmezeitpunkt ca. 7° über dem Horizont befand:

Der Fremersbergturm wird von der Sonne kurz vor Sonnenuntergang angeleuchtet.
Der Fremersbergturm wird von der Sonne kurz vor Sonnenuntergang angeleuchtet.
Sony Alpha 6400 mit Walimex 500mm f/8, 750mm, 1/8sec, f/16, ISO 100

Während auf diesem Bild die Belichtungszeit 1/8sec betrug, musste ich diese im Laufe der Session einige Male nachjustieren, da sich bei der untergehenden Sonne natürlich die Lichtbedingungen permanent änderten.

#2: Der Mond schiebt sich ins Bild

Endlich war der Mond zu sehen, wenn auch nicht so kräftig, wie ich mir das gewünscht hätte:

Mond & Fremersbergturm. Sony Alpha 6400 mit Walimex 500mm f/8, 750mm, 1/4sec, f/16, ISO 100
Mond & Fremersbergturm. Sony Alpha 6400 mit Walimex 500mm f/8, 750mm, 1/4sec, f/16, ISO 100

Der Turm wurde noch immer dezent von der Sonne angestrahlt und leuchtete in warmen Farben.

Die Entwicklung erfolgte wie üblich mit darktableBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link]: Neben dem Weißabgleich passte ich natürlich vor allem Belichtung, Kontrast und Farbkurve an, um sowohl Turm, Mond und Wolken herauszuarbeiten.

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Zum Feinschliff jagte ich das Bild wie üblich durch Topaz Denoise AI, um die Bildschärfe zu erhöhen und das (minimale) Bildrauschen zu reduzieren.

Das entwickelte Bild wirkt deutlich besser, als ich die Situation vor Ort wahrgenommen hatte und ich bin mit dem Ergebnis super-zufrieden.

Auch die Bildschärfe passte diesmal, da ich den 2fach-Telekonverter nicht verwendete, der die Bilder beim Shooting der Yburg recht „matschig“ wirken ließ.

#3: Mond über dem Fremersbergturm

Exakt um 20:26 Uhr, wie das bereits die PhotoPills-App prognostizierte, nahm ich das eigentlich geplante Bild auf.

Anekdote am Rande: Kurz zuvor kam noch gehörig Panik bei mir auf, da urplötzlich ein großer Fussel vor dem Mond zu sehen war. Kurzentschlossen musste ich die KameraBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] nochmal vom Objektiv schrauben und Sensor sowie Objektiv „ausblasen“. – Umso erstaunter war ich zuhause am PC, da diese Verunreinigung dort überhaupt nicht auf den Bildern sichtbar war. Sehr merkwürdig…

Die Kameraposition musste ich zu allem Übel ebenfalls geringfügig verändern, um Turm und Mond überhaupt gemeinsam aufs Bild zu bekommen.

Mond über Fremersbergturm. Sony Alpha 6400 mit Walimex 500mm f/8, 750mm, 1/4sec, f/16, ISO 100
Mond über Fremersbergturm. Sony Alpha 6400 mit Walimex 500mm f/8, 750mm, 1/4sec, f/16, ISO 100

Die Sonne befand sich jetzt nur noch zwei Grad über dem Horizont und bestrahlte den Turm beinahe nicht mehr. Mit der Belichtungszeit von 1/4sec fuhr ich ganz gut – im recht zügig durchs Bild wandernden Mond ist keinerlei Unschärfe zu erkennen.


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#4: Hochkant

Nachdem sich der Mond aus dem Bildausschnitt herausgeschoben hatte, drehte ich kurzerhand die Kamera an der praktischen Stativschelle des WalimexBei Amazon shoppen? Hier entlang...[Was ist das?Affiliate-Link] in Hochkant-Position und machte noch einen letzten Schnappschuss:

Noch einmal das gleiche Motiv hochkant fotografiert.
Noch einmal das gleiche Motiv hochkant fotografiert.

Der Mond war bereits von ersten Wolken bedeckt und die Sichtbedingungen verschlechterten sich rapide.

Fazit

„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ 😎

Trotz widriger Wetterbedingungen bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden.

Kaum hatte ich den 50m weiten Rückweg zu meinem Auto angetreten, war der Mond auch schon wieder hinter den Wolken verschwunden und komplett unsichtbar. Glück gehabt.

Mit dem Turm habe ich übrigens noch Pläne für den Herbst, wenn die Tage wieder kürzer werden. Dann möchte ich ihn direkt vor dem Mond bei Dunkelheit fotografieren: Da die Turmspitze nachts rot leuchtet wird diese hoffentlich einen tollen Farbkontrast zum Mond bilden.


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8 Kommentare zu „Fotografiert: Mond über dem Fremersbergturm“

  1. Hallo Hendrik,

    kleines Update, es ist jetzt doch die a6400 geworden (gebraucht, aber sehr guter Preis).
    Ich bin sehr zufrieden. Und die a6000 bleibt auch noch bei mir!

    Schließlich geht der Trend ja hin zur Zweitkamera 😉

    Jetzt steht als Nächstes eine Timelapse der Milchstraße an. Mal sehen, was daraus wird!

    Gruß
    Rainer

    1. Hallo Rainer,

      na dann mal herzlichen Glückwunsch zum Kauf und viel Spaß mit Deiner Alpha 6400! 🙂

      Eine Timelapse der Milchstraße habe ich auch noch auf dem Plan. Vermutlich werde ich es Mitte März probieren und dann meine Alpha 6400 inklusive Walimex 12mm f/2 eine Nacht lang sich selbst überlassen. Ich weiß nur noch nicht, wie ich sie über eine so lange Zeit bei kalten Temperaturen mit ausreichend Strom versorgen soll. Hinzu kommt noch ein Objektivwärmer, der ebenfalls recht stromhungrig ist. Wird spannend… 😉

      Viele Grüße

      Hendrik

  2. Hallo Hendrik,

    danke für Deine Meinung zu den zwei Sony Kameras. Das ist dann ein weiterer Punkt für die a6400, da ich ebenfalls ein paar Ersatzakkus geholt hatte und die passen bekanntlich neben der a6000 auch in die a6400.
    Also ist das schon mal geregelt. 😉

    Bleibt nur die Frage, wann…

    Viele Grüße

    Rainer

  3. Als Kamera habe ich derzeit ausschließlich eine Sony a6000 zur Verfügung. Aber ich spare schon für einen der Nachfolger (a6400 oder a6700). Ich werde auch bei APS-C bleiben, da ich
    a.) erst seit kurzem die a6000 (seit September 2023) und
    b.) mich mit fünf Objektiven ausgerüstet habe

    – Tamron 17-70mm f2.8
    – Sony E 70-350mm f4-5.6
    – Sony FE 50mm f1.8
    – Samyang 12mm f2.0 NCS CS
    – Meike MK-35 35mm f1.4

    Auf der Wunschliste steht noch das Sigma 10-18mm f2.8

    Für den Mond benutze ich meist das Sony E 70-350mm, damit komme ich halt am nähsten heran.
    350mm * 1,5 = 525mm
    Finde ich schon ganz ordentlich. (Für einen Wiederanfänger)

    1. Hi Rainer,

      da bist Du ja schon bestens aufgestellt mit Deiner Alpha 6000 und Deinen Objektiven. Vor allem das Samyang 12mm f/2 ist ja – sofern es richtig zentriert ist – hervorragend für die Astrofotografie geeignet. Von den chromatischen Aberrationen abgesehen kann es durchaus mit meinem Sony SEL20F18G für beinahe den vierfachen Preis mithalten!

      Meine persönliche Meinung: Wenn ich vor der Kaufentscheidung für eine neue APS-C-Kamera von Sony stehen würde, würde ich im Moment (noch einmal 😉 ) die Alpha 6400 kaufen. Der Autofokus ist nach wie vor hervorragend und preislich ist sie derzeit mit weniger als 700 EUR unschlagbar günstig. Für die 6700 müsste man ja beinahe 1000 EUR mehr berappen und soweit ich das mitbekommen habe, bietet der neuere Sensor auch keine gravierenden Unterschiede beim Rauschverhalten in dunklen Lichtverhältnissen. Einziger Vorteil, den die 6700 für meine Anwendungsfälle hätte, wäre der größere Akku, der auch in der Alpha 7-Serie verbaut wird.

      Viele Grüße

      Hendrik

  4. Sehr schön, der große Mond über dem Funkturm!
    Jetzt nur noch so planen, daß der Mond hinter dem Turm steht.

    Ich hatte letztens auch versucht, mit Hilfe von Photopills, den Mond hinter einem Kirchturm einzufangen. Tja, war kein besonders großer Erfolg:

    1. Falsche Bezugshöhe gewählt. Ich habe einfach die Höhe des Kirchturmes komplett falsch eingeschätzt. Ein Höhenermittlung ist mir auch über Google nicht möglich gewesen, keiner hat da irgendwo eine Angabe zur Höhe gemacht. Also war der Mond einfach zu hoch.

    2. Es war schon weit nach Blauer Stunde, also eigentlich schwarze Nacht. Somit hatte ich die Wahl zwischen Pest oder Cholera – entweder die Kirche optimal durch Langzeitbelichtung ausgeleuchtet, dafür aber den Mond vollkommen ausgebrannt oder aber den Mond perfekt belichtet und dafür die restliche Umgebung einfach nur schwarz.

    Somit muß ich das erneut versuchen, diesmal mit einer anderen Höhenberechnung und möglichst noch in der Blauen oder gar Goldenen Stunde hinbekommen.

    Lieben Gruß
    Rainer

    1. Hallo Rainer,

      den Mond habe ich in diesem Fall tatsächlich absichtlich über den Mond gesetzt: Erstens hat mir diese Variante optisch besser gefallen, zweitens hätte ich sonst ziemliche Probleme mit chromatischen Aberrationen rund um den Turm bekommen, denn das Walimex ist in dieser Hinsicht die absolute Katastrophe.

      Ärgere Dich nicht über Deinen missglückten Versuch. Wenigstens hast Du jetzt die Chance, aus Deinen Fehlern zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. 😉 Welches Objektiv bzw. welche Kamera verwendest Du denn für die Mondfotografie?

      Viele Grüße

      Hendrik

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