
Du bist auf der Suche nach dem besten Objektiv für die Landschafts- und Astrofotografie mit Deiner Sony-Kamera? Dann bist Du hier genau richtig.
Die Wahl der richtigen Linse ist neben der Kamera der entscheidende Faktor für brillante, rauscharme Sternenbilder. Der Sony E-Mount-Kosmos bietet glücklicherweise eine riesige Auswahl – aber welche Linsen lohnen sich wirklich?
Auf Basis meiner jahrelangen Erfahrung stelle ich Dir hier meine absoluten Top-Empfehlungen vor – für APS-C und Vollformat, von der Budget-Lösung bis zur High-End-Optik.
Inhalt:
Basics: Worauf es bei einem Astro-Objektiv ankommt
Bevor wir zu den konkreten Empfehlungen kommen, lass uns kurz klären, was ein Objektiv überhaupt „astro-tauglich“ macht. Die Astrofotografie stellt extreme Anforderungen an die Optik, da wir nachts bei extrem wenig Licht arbeiten.
- Hohe Lichtstärke (Offenblende): Große Blendenöffnungen (wie f/1.4 oder f/1.8) sind Pflicht. Sie fangen maximal viel Licht ein und ermöglichen kürzere Belichtungszeiten. Merke: Kürzere Belichtungszeiten verhindern, dass die Sterne durch die Erdrotation zu ungewollten Strichen (Sternenspuren) werden.
- Minimale Koma (Coma): Koma ist ein optischer Fehler, bei dem Sterne am Bildrand nicht als Punkte, sondern verzerrt wie kleine Kometen (mit Schweif) abgebildet werden. Ein gutes Astro-Objektiv korrigiert diesen Fehler so weit wie möglich.
- Geringe chromatische Aberrationen: Das sind farbige (oft violette oder grüne) Ränder an harten Kontrastkanten, z.B. an hellen Sternen. Hochwertige Linsenelemente (ED-Glas) minimieren diesen Effekt.
- Randschärfe: Da der Sternenhimmel oft das gesamte Bild ausfüllt, muss das Objektiv nicht nur in der Mitte, sondern bis in die äußersten Ecken scharf abbilden.
Brennweite: Wie viel Weitwinkel braucht man?
Die Brennweite bestimmt Deinen Bildausschnitt. Kürzere Brennweiten (Ultra-Weitwinkel) fangen mehr vom Himmel und der Landschaft ein.
In der Praxis haben sich Brennweiten zwischen 14 mm und 24 mm am Vollformat als ideal erwiesen. Sie erlauben es, die Milchstraße eindrucksvoll über einem interessanten Vordergrund zu platzieren.

Längere Brennweiten (z. B. 50 mm) vergrößern den Ausschnitt, was großartig ist, um Details wie das Galaktische Zentrum zu isolieren. Der Nachteil: Durch die stärkere Vergrößerung wandern die Sterne schneller durchs Bild. Du musst kürzer belichten (siehe NPF-Rechner) oder eine Nachführung (Startracker) verwenden.
Manueller Fokus (MF) vs. Autofokus (AF)
Viele Anfänger scheuen davor zurück, Objektive ohne Autofokus zu kaufen. In der Astrofotografie ist ein komplett manuelles Objektiv (wie das Samyang 12mm) aber oft ein riesiger Vorteil!
Warum? Weil der Autofokus im Dunkeln ohnehin blind ist. Du musst also sowieso manuell fokussieren. Bei einem rein manuellen Objektiv verstellt sich der Fokus nicht elektronisch (Focus-by-wire), wenn die Kamera in den Standby geht. Einmal auf die Sterne scharfgestellt, kannst Du den Fokusring z. B. einfach mit einem Stück Klebeband fixieren – fertig für die ganze Nacht.
Der Haken: Für den normalen Alltag (Landschaft, Familie, Urlaub) sind rein manuelle Objektive natürlich weniger flexibel. Moderne AF-Objektive (vor allem von Sony) bieten daher meist einen AF/MF-Schalter am Gehäuse, was den perfekten Kompromiss darstellt.
Meine Top-Empfehlungen: Die besten Astro-Objektive (E-Mount)
Kommen wir zur Praxis. Hier sind meine persönlichen Favoriten, sortiert nach Sensorformat und Brennweite.
Der Preis-Leistungs-Sieger (APS-C): Samyang / Walimex 12mm f/2.0

Astrofotografie muss nicht teuer sein! Das Samyang 12mm f/2 (baugleich zum Walimex Pro 12mm f/2) ist die absolute Legende unter den APS-C Astrofotografen.
Mit einem Preis von oft unter 250 EUR liefert diese komplett manuelle Linse eine atemberaubende Schärfe. Bei Blende f/2.8 ist es knackscharf und Koma ist kaum ein Thema. Umgerechnet auf Vollformat erhältst Du einen wunderbaren 18mm-Blickwinkel.
Achtung: Die Qualitätskontrolle bei Samyang schwankt. Ich musste zwei Exemplare retournieren, bis ich ein perfekt zentriertes Modell hatte. Wenn Du aber ein gutes erwischt, brauchst Du Dir vor deutlich teureren Linsen nicht zu verstecken.
Alternativen für APS-C: Sony & Sigma
- Premium-Alternative (AF): Sony SEL11F18
Wer Autofokus und noch mehr Lichtstärke (f/1.8) sucht, greift zum grandiosen Sony 11mm. Es kostet etwa das Doppelte des Samyangs, liefert dafür aber modernste Technik und fast keine Abbildungsfehler. - Der Lichtriese (AF): Sigma 16mm f/1.4 DC DN
Das Sigma 16mm ist optisch über jeden Zweifel erhaben. Die riesige Blende f/1.4 saugt Licht geradezu auf, was dem APS-C Sensor bei hohen ISO-Werten extrem hilft. Der Bildausschnitt (24mm KB-Äquivalent) ist etwas enger als beim 12mm, aber ideal für die Milchstraße.
Mein absoluter Favorit (Vollformat): Sony SEL20F18G (20mm f/1.8)

Wenn ich nur noch ein einziges Objektiv für Astrofotografie besitzen dürfte – es wäre das Sony FE 20mm f/1.8 G.
Die 20mm Brennweite ist für mich der perfekte Sweetspot: Weit genug, um große Landschaftsanteile unter die Milchstraße zu bekommen, aber nicht so extrem weitwinklig, dass Berge im Hintergrund zu winzigen Hügeln schrumpfen.
Optisch ist diese Linse ein Meisterwerk. Bereits ab Blende f/2.2 ist sie bis in die Ränder messerscharf, chromatische Aberrationen und Koma sind exzellent korrigiert. Für etwa 700 bis 800 EUR bietet dieses G-Objektiv eine Leistung, die dem deutlich teureren G-Master-Label würdig wäre.
Alternative: Sigma 20mm F1.4 DG DN Art
Das direkte Konkurrenzprodukt von Sigma bietet noch etwas mehr Lichtstärke (f/1.4) zum ähnlichen Preis. Beide Linsen spielen optisch in der obersten Liga. Ich bleibe beim Sony wegen der kompakteren Bauweise, aber mit dem Sigma machst Du definitiv nichts falsch.
Die G-Master Legende (Vollformat): Sony SEL24F14GM (24mm f/1.4)

Das Sony FE 24mm f/1.4 GM gilt in der Community als der „Heilige Gral“ der Astro-Linsen. Natürlich konnte auch ich nicht widerstehen.
Mit f/1.4 ist es extrem lichtstark und ermöglicht saubere Bilder auch in den dunkelsten Regionen. Die Korrektur von Koma und Aberrationen ist nahezu perfekt. Wer bereit ist, den G-Master-Preis (oft deutlich über 1.000 EUR) zu zahlen, bekommt hier optische Perfektion im kompakten Gehäuse.
Extreme Blickwinkel & Details: 14mm und 55mm
Wer seinen Bildstil erweitern möchte, findet an den Rändern des Brennweiten-Spektrums spannende Optionen:
- Der Ultra-Weitwinkel (14mm): Das Sony SEL14F18GM ist technisch makellos, aber mit ca. 1.300 EUR teuer. Für solch extreme Blickwinkel, die man meist seltener nutzt, empfehle ich eher das kostengünstigere, manuelle Samyang MF 14mm f/2.8 (unter 500 EUR).
- Für Details (55mm): Das kompakte Sony SEL55F18Z ist zwar schon etwas älter, leistet aber auf f/2.8 abgeblendet hervorragende Dienste für enge Ausschnitte (wie das galaktische Zentrum) – auch wenn man hier wegen der langen Brennweite schneller mit Nachführungen (Trackern) arbeiten sollte.
Fazit: Übersichtstabelle der besten Astro-Linsen
Der E-Mount-Kosmos ist riesig. Hier noch einmal alle besprochenen Empfehlungen auf einen Blick, damit Du direkt vergleichen kannst:
| Objektiv | für Sensor | Brennweite | Fokus | Offenblende |
|---|---|---|---|---|
| Samyang 12mm f/2 | APS-C | 12mm (18mm KB) | MF | f/2.0 |
| Sony SEL11F18 | APS-C | 11mm (17mm KB) | AF/MF | f/1.8 |
| Sigma 16mm f/1.4 | APS-C | 16mm (24mm KB) | AF/MF | f/1.4 |
| Samyang 14mm f/2.8 | Vollformat | 14mm | MF | f/2.8 |
| Sony SEL14F18GM | Vollformat | 14mm | AF/MF | f/1.8 |
| Sony SEL20F18G | Vollformat | 20mm | AF/MF | f/1.8 |
| Sigma 20mm F1.4 | Vollformat | 20mm | AF/MF | f/1.4 |
| Sony SEL24F14GM | Vollformat | 24mm | AF/MF | f/1.4 |
| Sigma 24mm F1.4 | Vollformat | 24mm | AF/MF | f/1.4 |
| Sony SEL55F18Z | Vollformat | 55mm | AF/MF | f/1.8 |
Ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner Übersicht ein wenig Licht in den Objektiv-Dschungel bringen. Mit welchem Setup gehst Du am liebsten auf Sternenjagd? Hinterlasse mir gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren!
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Weiterführende Themen:
- Astrofotografie: Einstieg & Basiswissen
- Astrofotografie FAQ: Häufige Fragen einfach erklärt. Voraussetzungen, Kameraeinstellungen, Bildentwicklung.
- Welches Objektiv zur Astrofotografie?
- Astrofotografie-Kalender: Mond, Sternschnuppen, Milchstraße und Deep Sky-Objekte auf einen Blick
- NPF: Ideale Belichtungszeit berechnen

