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Partielle Sonnenfinsternis 2026: Einstellungen, Tipps, Tricks und Ergebnisse

Erstellt am 13.08.2026 von Hendrik


Geschafft! Nach intensiver Vorbereitung habe ich erfolgreich die partielle Sonnenfinsternis 2026 fotografiert. Im folgenden Beitrag schildere ich meine Erfahrungen an diesem besonderen Tag – angefangen bei der Vorbereitung, über Equipment, Einstellungen und Entwicklungsschritte bis hin zu den Ergebnissen.

Mein Ziel: Ein Landschaftsfoto musste her

Meine Meinung: Formatfüllende Aufnahmen der Sonne oder anderer Himmelskörper gibt es wie Sand am Meer. Wenn ich eine Großaufnahme der Sonne oder des Mondes sehen möchte, besuche ich einschlägige Webseiten, die sich intensiv mit der Materie befassen.

Für mich zählt(e) nicht nur die Fotografie der Sonne, sondern ich wollte unbedingt eine ansprechende Landschaftsaufnahme machen, welche sowohl einen interessanten Vorder- als auch Hintergrund (=Sonne) realistisch abbildet. Nur so kann man eine bleibende Erinnerung erschaffen, an die man immer wieder gerne zurückdenkt.

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Wettervorhersage / Wetter: Bestens!

Wie auch bei meinen Landschafts-Astrofotos spielte das Wetter bei der Fotografie der Sonnenfinsternis eine entscheidende Rolle. Zum Glück waren die Vorhersagen bestens. Als ich vor Ort gegen 19:15 Uhr ankam, herrschten drückende 33°C vor und es war (in Richtung Westen) kein Wölkchen am Himmel zu sehen.

Das versprach schon mal beste Bedingungen!

Locationsuche und Locationwahl: Schwierig

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Offensichtlich perfekte Location für die Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis. Wo sonst kaum eine Menschenseele zu finden ist, war es stellenweise brechend voll.

Da ich schon ahnte, dass sich die Großzahl der Zuschauer auf den hiesigen Weinbergen versammeln würde, von denen man einen fantastischen Blick nach Westen hat, wollte ich diesen Spot unbedingt vermeiden: Einerseits wollte ich bei der Fotografie ungestört sein, andererseits bietet eine erhöhte Position in Kombination mit einer langen Brennweite so gut wie keinen Spielraum bei der Abbildung eines spannenden Vordergrunds. – Man muss schlichtweg in die Ebene „hineinfotografieren“ – genau das wollte ich anders machen.

Schon zwei Wochen vor der Sonnenfinsternis unternahm ich einige Ausflüge mit dem Rad, um einen idealen Standort auszumachen. Diesen fand ich dann auch recht zügig und machte eine Generalprobe:

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Generalprobe am auserkorenen Standort

Die Generalprobe zahlte sich aus. Einerseits stellte ich vor Ort kleinere Probleme fest (Filter vergessen…), andererseits konnte ich ein Gespür dafür entwickeln, wo sich die Sonne zu welcher Uhrzeit befinden würde.

Zwei Tage vor der Finsternis überkamen mich jedoch Zweifel bzgl. des Standorts: Der Blick war durch die Rebzeilen eingeschränkt und richtig weit fühlte sich das Bild nicht an. Also unternahm ich kurzerhand noch eine Erkundungstour und wurde nur wenige Meter neben dem obigen Standort fündig:

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Finaler Standort

Das Bild zeigt den endgültigen Standort. Die Sonne sollte sich im Laufe des Abends in Richtung Bildmitte bewegen und damit hoffentlich perfekt mit den führenden Linien der Rebzeilen und des Wegs im Mittelgrund harmonieren. – Soweit die Theorie.

Da sich der Spot mitten im Nirgendwo befand, war ich glücklicherweise komplett ungestört und konnte direkt nach meiner Ankunft gegen 19:15 Uhr mein Equipment aufbauen.

Equipment: Mit zwei Brennweiten zum Ziel

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Schnappschuss meines Equipments für den großen Tag

Ich machte mir im Vorfeld intensiv Gedanken über die Gestaltung des Fotos: Für die Sonne brauchte ich eine relativ lange Brennweite, welche mich bei der Auswahl eines passenden Vordergrunds erheblich einschränkte. Mehrere Touren blieben bei meiner Suche nach dem optimalen Standort erfolglos.

Schließlich entschied ich mich dazu, zwei Brennweiten (und somit auch zwei Kameras) miteinander zu kombinieren:

  • Für den Vordergrund wollte ich keine weitwinklige Aufnahme machen, sondern „irgendwas um die 50mm“ mit meiner Sony Alpha 7 III. Letztendlich entschied ich mich wegen der größeren Flexibilität gegen mein Sony SEL55F18Z und für das Tamron 28-75mm f/2.
  • Für den Hintergrund bzw. für die Sonne wollte ich dagegen mein manuelles Samyang 135mm f/2 an meiner Sony Alpha 6400 einsetzen, mit der ich dank Crop-Faktor 1,5 eine vollformatäquivalente Brennweite von ca. 200mm erreichte.

Beide Kameras montierte ich auf Stative. Auf das 135er Samyang schraubte ich einen 1000er ND-Filter, der für die tiefstehende Sonne ausreichend sein sollte (das hatte ich bereits bei meiner Generalprobe erprobt). Die eigentlich besseren Sonnenfilter waren längst ausverkauft.

Notiz am Rande: Die zahlreichen Warnungen, dass die Sonne nicht nur das Auge, sondern auch die Kamerasensoren schädigen würde, schlug ich in den Wind. Bereits in der Vergangenheit hatte ich diesbezüglich noch nie negative Erfahrungen gemacht, wenn ich die Sonne mit mehr oder weniger tiefem Stand fotografierte. So auch dieses Mal: Obwohl meine Alpha 7 III als auch die Alpha 6400 immerhin 90min gegen die Sonne gerichtet waren, gab es keinerlei technische Ausfälle und die Kameras sind nach wie vor vollkommen funktionstüchtig.

Für meine Augen war das Ereignis allerdings eine erhebliche Strapaze: Gerade weil ich immer wieder reflexhaft und zum Glück nur sehr kurz in die Sonne blickte, ermüdete das meine Augen sehr. Binnen Zehntelsekunden brannte sich schon die Sichel ein und flirrte mir danach noch minutenlang im Sichtfeld herum. Dass ich 90 Minuten mit den Kameras im direkten Gegenlicht der Sonne beschäftigt war, machte die Sache nicht besser. Trotz Sonnenbrille brannten und juckten meine Augen nach dem Event ziemlich. Vermutlich hat die UV-Strahlung nicht nur meinem Gesicht zugesetzt, sondern auch meiner Bindehaut. Während ich diese Zeilen schreibe, geht es mir bzw. meinen Augen aber glücklicherweise wieder bestens.

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Kameraeinstellungen

Die Kameraeinstellungen waren eigentlich nichts Besonderes:

  • Für die Alpha 6400 mit dem 135er Samyang und dem ND1000-Filter „entschied“ ich mich für Blende f/11, ISO 100 und 1/4000sec Belichtungszeit (die kürzeste…).
  • Bei der Sony Alpha 7 III wählte ich ebenfalls ISO 100, Blende f/8 und stellte die Belichtungszeit variabel und entsprechend den sich ständig ändernden Lichtverhältnissen ein. Zudem machte ich Belichtungsreihen mit je 9 Aufnahmen und einer Blendenstufe Abstand.

Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte ich einen einfachen IR-Sender dabei, um die Kameras auszulösen.

Sprich: Ich machte jeweils getrennte Aufnahmen des Vordergrunds und der Sonne mit dem Ziel, diese später am PC wieder zusammenzufügen.

Entwicklung mit Photoshop

Die Bilder wollte ich zuhause mit Photoshop entwickeln.

Ziel war es, jeweils mehrere Belichtungen des Vordergrunds als Smart-Objekte zu stapeln (Modus: Mittelwert) und dann sowohl Vorder- als auch Hintergrund dieser Smart-Objekte separat zu entwickeln.

Der Himmel musste ziemlich stark abgedunkelt werden, um später die mit dem leichten 135er Tele abgelichtete Sonne einfügen zu können. Um die Sonne besser ins Bild zu integrieren, reduzierte ich die Struktur und wendete einen Weichzeichner (Gauß, 3px) an. Zudem legte ich noch eine Ebene im Modus „Linear abwedeln“ über die Sonnenebene und malte mit einem Pinsel mit 10%iger Deckkraft und im passenden Farbton (Pipette!) rund um die Sonne, um diese stärker strahlen zu lassen und unauffällig in den Hintergrund zu integrieren.

Die Sonne selbst fügte ich dann im Ebenenmodus „Aufhellen“ ein und spielte viel mit Belichtung und Farbton der verschiedenen Ebenen.

Die Entwicklung ging erstaunlich leicht von der Hand. Das größte Problem war, dass die Vordergrundaufnahmen in diesem Bereich annähernd ausgebrannt und entsprechend hell waren, sodass es einige Übung erforderte, um sie schließlich sowohl natürlich als auch unauffällig ins Bild zu integrieren.

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19:27 Uhr: Erstes Bild

Gegen 19:20 Uhr ging es los und langsam war zu erkennen, dass sich der Mond vor die Sonne schob.

Gegen 19:27 Uhr machte ich das erste Bild, auf dem deutlich zu erkennen war, dass sich die Sonnenfinsternis allmählich anbahnte:

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Erste Aufnahme gegen 19:27 Uhr

Das Bild zeigt nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtframe zur Veranschaulichung. Wie ich schon eingangs schrieb, ist das Bild ziemlich langweilig und sicher millionenfach im Netz zu finden. Für einen ersten Test und die Überprüfung der Kameraeinstellungen war es aber absolut ausreichend.

Da die Sonne noch sehr hoch am Himmel stand, machte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Landschaftsaufnahmen.

20:14 Uhr: Peak

Ich machte zwischenzeitlich zahlreiche Aufnahmen und probierte mich an zig Variationen von Kamera- und Bildeinstellungen, bis es dann schließlich gegen 20:14 Uhr ans Eingemachte ging und die Sonnenfinsternis hier in Baden ihren Höhepunkt erreichte:

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Höhepunkt der Sonnenfinsternis gegen 20:14 Uhr hier in Baden

Die Ergebnisse

So viel zum „Vorgeplänkel“ – jetzt zu den Ergebnissen.

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Bild #1: Sonnenfinsternis am Rebhang (Peak@20:14 Uhr)

Während ich mir vor Ort noch nicht so recht vorstellen konnte, wie ich die zahlreichen Aufnahmen am PC zusammenbasteln sollte, war ich wirklich extrem überrascht, als ich mich an die Entwicklung machte und mit sagenhaften Ergebnissen belohnt wurde. – Zumal ich ärgerlicherweise feststellen musste, dass ich die Zeit beider Kameras nicht synchronisiert hatte und somit Schwierigkeiten bei der Zusammenführung der jeweils passenden Aufnahmen haben würde. Glücklicherweise bietet hier Lightroom eine sehr elegante Möglichkeit zur (relativen) Zeitkorrektur mehrerer Aufnahmen. – Glück gehabt.

Das nachfolgende Bild zeigt schließlich den Höhepunkt der Sonnenfinsternis gegen 20:14 Uhr mit einem Bedeckungsgrad von ca. 90%:

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Partielle Sonnenfinsternis 2026 am Rebhang

Die Brennweite des Vordergrunds betrug in diesem Fall 63mm. In Verbindung mit den 200mm des Samyang-Tele ergibt sich in meinen Augen eine recht harmonische bzw. ausgewogene Kombination aus Vordergrund und Sonnengröße.

Das war schon deutlich mehr, als ich mir jemals erhofft habe. Die akribische Vorbereitung hatte sich ausgezahlt. Beim Entwickeln hatte ich direkt ein Lächeln im Gesicht.

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Bild #2: Sonnenuntergang (20:32 Uhr)

Schon kurze Zeit später vergrößerte sich die Sonnensichel wieder rasend schnell, schob sich aber in Richtung Bildmitte und Horizontnähe und ermöglichte mir, die Maximalbrennweite von 75mm des Tamron für den Vordergrund auszunutzen:

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Abflachende Sonnenfinsternis kurz vor dem Sonnenuntergang

Bild #3: Selfie vor der partiellen Sonnenfinsternis (20:32 Uhr)

Der Abend war bis hierhin so wunderbar und gelungen, dass ich dieses Spektakel noch mit einem Selfie beenden wollte.

Ich hatte schon in den 60 Minuten zuvor einige Tests unternommen: Dazu stellte ich den Selbstauslöser meiner Alpha 7 III auf 10sec, entfernte mich ein paar Meter von der Kamera, drückte den 2sec-verzögerten Infrarotauslöser und sprintete ca. 25m in Richtung Sonne. Nach mehrmaliger Wiederholung bei 33°C war das ziemlich schweißtreibend. – Allerdings haben sich die Mühen gelohnt und ich habe mir mein persönliches, einzigartiges Sofi-Selfie redlich verdient:

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Sofi-Selfie 2026

Fazit

Wow – was für ein fantastischer Abend. Der große Aufwand im Vorfeld hat sich absolut ausgezahlt und die Ergebnisse gefallen mir weitaus besser, als ich das zuvor jemals erwartet hätte.

Eine ähnlich starke und epische Sonnenfinsternis werde ich – zumindest in der hiesigen Region – vermutlich nicht mehr erleben. Umso schöner ist es, dass die Bedingungen und Kameraeinstellungen ideal waren und am Ende großartige Bilder entstanden sind.

Check!


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